Carola & Eberhard Rink

Musik-Momente voller Frieden

Interview von Gerth Medien mit Eberhard Rink.

Eberhard Rink Foto: Urs Dünner

Eberhard Rink
Foto: Urs Dünner

Inspiriert durch Musik aus Gemeinschaften wie Taizé, Iona und anderen hat Eberhard Rink gerade ein neues Album heraus gebracht. Was ihn an dieser Art von Musik begeistert, beschreibt er in unserem Interview.

Lieber Eberhard, viele kennen dich durch das Musik-Kabarett „Die Mütter“. Wie schlägst du die Brücke zwischen Kabarett und liturgischen Gesängen?

Ich liebe musikalische Abwechslung. Dazu kommt meine familiäre Prägung. Bei uns zu Hause habe ich das mehrstimmige Singen quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Mein Vater konnte etwas Klavier spielen und hat sehr gerne gesungen. Meine Mutter hatte eine wunderschöne Stimme und sehr viel Humor. Sonst hätte sie den Umzug – noch im Krieg, von Österreich ins mitunter doch etwas graue Siegerland – wohl kaum bewältigt. Ein Bindeglied zwischen dem Musikkabarett der Mütter und den liturgischen Gesängen gibt es tatsächlich: Den mehrstimmigen Gesang.

Wie kam es zu der ersten CD mit „Taizé-Liedern“?

Ich habe schon vor etlichen Jahren immer wieder mal, zum Beispiel beim Abendmahl im Gottesdienst, Melodien aus Taizé in meine musikalischen Improvisationen eingebaut. Zu dieser Zeit kannte ich eigentlich nur „Laudate omnes gentes“ und vielleicht noch den „Gloria“-Kanon. Danach bin ich diesen Liedern immer wieder mal begegnet. Auf der Feier anlässlich meines 50ten Geburtstags habe ich dann knapp 30 Minuten mit den Gästen Taizé-Lieder gesungen und dabei gemerkt, wie schnell man bei diesen Liedern einen Zugang zum Text, zur Melodie und auch zur Mehrstimmigkeit bekommt.

Mit Birgitt Neumann von Gerth Medien, die auch unter den Gästen war, hatte ich dann die ersten Gespräche über eine mögliche Realisation einer CD mit Taizé-Liedern. Ich wollte von Anfang an eine Studioversion, um zu zeigen, dass diese Lieder auch außerhalb einer liturgischen Feier oder eines Gottesdienstes gesungen und in den Alltag integriert werden können.

Was begeistert dich persönlich an den Liedern aus Taizé?

Ihre schlichte Schönheit. Dies betrifft den Text, die Melodie und auch die Mehrstimmigkeit. Sie sind wie gesungene Gebete. Unverwüstliche Perlen am Wegesrand. Die Melodien sind eingängig, die Texte sind gehaltvoll und haben eine heilende, tröstende Wirkung auf mich. Lieder aus Taizé werden von allen Generationen vom Kind bis zum Greis gesungen. Das nenne ich im wahrsten Sinne des Wortes generationenübergreifend.

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Glaubst du, dass Menschen es heute schwerer haben, Ruhe zu finden als vielleicht noch früher?

Die Möglichkeiten zur Ablenkung sind einfach dramatisch gestiegen. Man könnte ja etwas verpassen.

Warst du selbst schon einmal in Taizé?

Ich werde bestimmt mal hinfahren. Wobei man als Erwachsener schon spezielle Wochenenden aussuchen muss, an denen man überhaupt dorthin fahren darf. (lacht) Die Taizé Bewegung richtet sich ja in erster Linie an Jugendliche.

Sind Lieder aus Taizé immer mehrstimmig?

Die Mehrstimmigkeit ist ein „kann” aber kein „muss“. Man kann bei diesen Liedern auch einfach bei der Melodie bleiben. Auch dann wirken sie. Einige Lieder sind im Stile eines Kanons geschrieben. Die sind dann natürlich Einstimmig. Wie z.B. „Gloria, in excelsis Deo“, „Cantate dominum“ oder „Jubilate Deo“. Beim Durchblättern des Liederheftes mit 153 Liedern aus Taizé  habe ich aber festgestellt, das die mehrstimmigen Gesänge wirklich über 90% des Liedgutes aus Taizé ausmachen. Den sogenannten Kanon findet man also nur vereinzelt.

Ein paar Worte zur Instrumentierung und zu den Mitwirkenden ….

Ich wollte sowohl bei den Liedern aus Taizé, den Liedern der Kommunität aus „Iona“ und den eigenen Liedern den vierstimmigen Satz in den Mittelpunkt stellen. Weil wir keinen Gottesdienst abbilden wollten, habe ich aber trotzdem einen Aufbau versucht. Manchmal beginnen die Frauenstimmen und die komplette Mehrstimmigkeit kommt erst nach einigen Wiederholungen. Die drei mitwirkenden Frauen Dania König, Lisa Kriegeskotte (Sharona) und Carola Rink mischen sich ganz wunderbar und haben alle drei jeweils mal den Alt und mal den Sopran eingesungen. Ingo Beckmann und ich haben schon auf so vielen Chor CDs mitgewirkt. Wir verstehen uns blind.

Was wünschst du dir für diese Lieder?

Ich wünsche ihnen praktische Nutzanwendung in allen Lebenslagen. In privaten, stillen Minuten, in Gottesdiensten, in Messen, bei Abendmahl und Eucharistie. Diese Lieder haben schon einen „Sitz im Leben“. Ich wünsche ihnen eine vielleicht noch größere Verbreitung. Auch in Kreise, denen dieses Liedgut bislang noch fremd ist. Durch die Kürze der Chorusse können sie auch wunderbar bestehendes Liedgut ergänzen.

Gibt es eine Geschichte rund um die Aufnahmen zu dieser CD, die dir immer in Erinnerung bleiben wird?

Eine ältere Schwester aus unsere Gemeinde hatte von der ersten CD gehört und fragte mich nach dem Gottesdienst: „Eberhard, kannst du mir denn auch mal so eine ‚Taitschie-CD‘ mitbringen?“ Dies betrifft aber noch die Nachwirkungen der ersten CD.

Bei den Aufnahmen oder besser gesagt noch vor den Aufnahmen zu dieser CD wollten wir gerne das Spektrum der Lieder, die zur Auswahl stehen, etwas vergrößern. Es fiel z.B. der Name „Iona Community“. Ich konnte aber irgendwie kein brauchbares Liedmaterial finden. Dann hatten wir in diesem Frühjahr unser alljährliches Musikertreffen in Nordhelle. Dort gestaltete Christina Brudereck den Abendsegen und in ihrem mitgebrachten Liedblatt habe ich dann zwei wunderschöne Lieder der „Iona“-Kommunität gefunden, die sich nun auch auf der CD „Gott stärke dich“ befinden.

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Kann man die Lieder auch „live“ hören?

Wir haben in Olpe im letzten  Jahre einen kleinen Workshop gemacht mit anschließendem Taizé-Gottesdienst. Da haben wir fast alle Lieder der CD und auch neues Material gesungen. So etwas würde ich gerne wiederholen. Der zeitliche Aufwand für die Beteiligten ist relativ gering, z. B. an einem Samstag von ca. 15 Uhr bis 19 Uhr inklusive einem Gottesdienst. Wenn eine Gemeinde, ein Hauskreis oder wer auch immer mal so etwas veranstalten möchte, kann sich gerne an uns wenden.

Weitere Informationen zu den Taizé-Workshops finden Sie hier.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Video mit dem Titelsong „Gott stärke dich“ aus der neuen Taizé-CD:

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